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"Die fauchende Katze durchstreift die grüne Hölle"

Müllerschön–Schmelzer Racing Team erfolgreich beim 24 Std.–Rennen 2001 auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Am Wochenende vor Pfingsten, am 23.-27. Mai 2001, war es soweit, das 29. Int. 24–Stunden–Rennen rund um die Nordschleife des Nürburgrings. Dieses Rennen wird im Guinness-Buch der Rekorde als das größte Motorsportspektakel der Welt beschrieben.

Ab Mittwoch gingen bis zum Sonntag über 800 Rennfahrzeuge bei verschiedenen Rennläufen an den Start. Nachdem die V8–Star Serie, Toyota–Yaris–Cup, VW–New–Beetle–Cup, Castrol–Haugg–Cup, Youngtimer–Throphy, Renault Sport Clio–Trophy, Ford Puma Cup, Bilstein Tourenwagen Cup und die deutsche Tourenwagen Challenge um Platzierungen, Punkte und Pokale gekämpft hatten, kam es zum absoluten Höhepunkt im weltweiten Motorsport:

Die legendären 24–Stunden durch die "Grüne Hölle", wie Jackie Steward, mehrfacher Formel 1 –Weltmeister, die schwierigste Rennstrecke der Welt taufte.

Wir gingen mit dem Ziel an den Start die 24 Stunden durchzuhalten, dies bedeutet bei diesem Rennen schon eine große Leistung, jeden der die Ziellinie nach dieser langen Zeit, den Belastungen von Technik, Fahrern und Team, überfährt, kann sich als Sieger zählen. Wir hatten einen Cup–Puma, der in Hockenheim an einer Leitplanke zerschellt war, komplett neu aufgebaut und für Langstrecken rennfertig gemacht. Nachdem wir den Puma auf Testfahrten und 4–Std. Rennen getestet hatten, hofften wir unser Ziel zu erreichen.

Zugeordnet wurde der Rennwagen der Gruppe A/24 Std. Spezial, größte Klasse im Starterfeld. Unsere Fahrer vom MCS Stuttgart, Matthias Klemm (Wendlingen) und Sven Pannowitz (Magstadt) und vom MSC Walldürn, Rudolf Brandl (Walldürn) und Christian Ehret (Buchen) brachten allesamt die nötige Erfahrung auf der Nordschleife mit.

Die Qualifikation war für uns kein Problem, unter den über 200 gestarteten Fahrzeugen fuhren wir einen gemütlichen 163sten Platz ein, die Platzierung ist bei solch einem langen Rennen nicht allzu wichtig. Die Eifel bot uns optimales Rennwetter, Sonnenschein und Temperaturen um 25 Grad, was sich das ganze Wochenende nicht ändern sollte.

Samstag 17:00 Uhr war dann der fliegende Start. Drei Startergruppen überquerten die Startlinie um sich der ca. 25 km langen Rennstrecke zu stellen. Auf der Strecke kämpften sich ab jetzt alle Klassen (vom Mini über Renault 5 bis zu den Porsche und Viper mit 550 PS) durch dieses Rennen. Schon während der ersten Runde machte unser erster Fahrer Matthias Klemm ordentlich Boden gut. Gegen 19:15 Uhr übernahm Christian Ehret den Ford Puma und fuhr den Wagen nach fast zweieinhalb Stunden auf den 94. Rang im Gesamtklassement. Der Rennverlauf ging reibungslos, jetzt machte sich die tage– und nächtelange Vorbereitungsphase bemerkbar, alle Verbesserungen (spezieller großvolumiger Tank, zusätzliche Luftführungen, …) hatten sich gelohnt. Die Boxenstops verliefen reibungslos und zügig, das Team arbeitete erstklassig zusammen. Sven Panowitz über nahm bei einbrechender Dunkelheit den ersten Nachtturn. Trotz zahlreicher Gelbphasen, hervorgerufen durch Unfälle und technische Defekte der Teilnehmer, steuerte der Puma unaufhaltsam durch die Nacht. Gegen Mitternacht übernahm Rudolf Brandl zum ersten Mal den bis dahin problemlos laufenden Rennwagen. Die Boxenmannschaft verpasste dem Wagen vier neue Sliks und los konnte es gehen. Rudolf Brandl, ein Spezialist im Nachtfahren stand nach Beendigung seines Turns, mit besten Rundenzeiten, auf dem 80. Gesamtplatz. Jetzt war die Boxencrew gefordert Radkasten/Seite glätten und hinten neue Felgen und Reifen aufziehen, denn zwischen den Streckenabschnitten "Pflanzengarten" und "Schwalbenschwanz" durchlebte Brandl eine Schrecksekunde, als ihm beim Überholen ein BMW übersah, in die Seite des Puma fuhr und ihn in die Wiese schickte. Er meisterte die Situation souverän!

Nächtliche Impressionen vom 24h–Rennen

Sonntag früh ca. 4:00 Uhr, die Zeit der meisten Unfälle, Dunkelheit und nachlassende Konzentration fordern ihren Tribut. Auf der Strecke wurde an mehreren Stellen Gelbphasen durch Flaggen angezeigt, Unfälle mussten beseitigt werden, liegengebliebene Fahrzeuge ebenfalls, Ölbinder auf der Strecke verteilt und Leitplanken repariert werden. Unser Puma befand sich zu diesem Zeitpunkt im Streckenabschnitt "Bergwerk" mit extrem gedrosselter Geschwindigkeit, da auf der Strecke bereits ein Pulk von Autos stand. Im Rückspiegel sah Matthias Klemm die rote Werks-Crysler-Viper anfliegen, die die gelben Flaggen und leuchtenden Anzeigetafeln anscheinend übersah und donnerte voll in unser Heck, der Rennwagen war nun zwar kürzer, aber noch fahrbereit, die Viper landete im Graben, für sie was der Crash das AUS. Der Fahrer schleppte sich mit Genickschmerzen und noch zwei kleineren Berührungen mit anderen Fahrzeugen in die Box. Der Wagen war nicht nur stark verknittert, die Spur stimmte auch nicht mehr, was einen 23minütigen Boxenstop zur Folge hatte und uns 27 Plätze in der Gesamtwertung kostete. Das Team arbeitete Hand in Hand, der Wagen wurde wieder rennfertig und mit neu vermessenen Achsen ins Rennen geschickt. Der Wagen hielt soweit zusammen, alles verlief reibungslos. Die einzigen Unterbrechungen kamen durch Fahrerwechsel und Boxenstops.

Am Sonntag um kurz vor 17:00 Uhr traf sich die gesamte Crew und Fahrer an der Boxenmauer um unseren Puma bei der Zielüberfahrt zu erleben. Über 130.000 Zuschauer rund um die Strecke jubelten den Rennwagen zu, die 24 Stunden grüne Hölle durchgehalten hatten. Wir waren begeistert, bejubelten unser Auto und waren mit der Leistung der Fahrer, der Crew und nicht zuletzt unserer Vorleistungen überaus zufrieden. Als Krönung die hervorragende Platzierung:

Gesamtwertung Platz 49

Klassenwertung Platz 9

Und das mit einem 1,7 l / 145 PS starken Rennwagen in der Klasse bis 2,0 l, in der eine so kleine PS-Leistung normalerweise nicht angesiedelt ist.

Der Dank gilt allen Beteiligten, jeder einzelne hat zu diesem Erfolg beigetragen, Fahrer, Crew, Sponsoren, Catering, … DANKE!

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© Müllerschön – Schmelzer, 2002