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Mythos "Grüne Hölle" Nürburgring

Geliebt, gefürchtet, gehasst: Seit 75 Jahren schürt die legendäre Berg–und–Tal–Bahn durch die Eifel Emotionen bei Fahrern und Fans. Die "Grüne Hölle" ist längst ein Rennsport–Mythos.

Schwedenkreuz, Fuchsröhre, Kesselchen, Karussell, Schwalbenschwanz – die so harmlos klingenden Namen lassen die Herzen jedes Rennsportfans höher schlagen. Denn so heißen markante Streckenpunkte des alten Nürburgrings, der legendären Nordschleife. "Schwer zu fahren, leicht zu sterben" urteilte der 1970 tödlich verunglückte Weltmeister Jochen Rindt über die Eifel–Achterbahn mit ihren über 160 Kurven und 300 m Höhenunterschied. Die knallharte Strecke deckte fahrerische Schwächen gnadenlos auf, beanspruchte die Technik aufs Äußerste. Und kostete 78 Rennfahrer das Leben. Der Ausdruck "Grüne Hölle" stammt von Jackie Stewart, der dreimal am Ring gewann: "Diese Strecke ist wie ein vielgliedriges Ungeheuer." Auf mittlerweile 75 Jahre blickt der Mythos Nürburgring zurück.

1927

Als Entwicklungshilfe für die strukturschwache Eifel wird in zwei Jahren Bauzeit der Nürburgring aus dem Boden gestampft – für 15 Millionen Reichsmark. 85 000 Zuschauer sind beim Eröffnungsrennen am 19. Juni 1927 dabei – und sehen den Sieg von Rudolf Caracciola im Mercedes–Benz Typ S. Mit acht weiteren Siegen in der Eifel geht Caracciola als "König des Nürburgrings" in die Geschichte ein.

1934

Aufregung bei Mercedes vor dem Eifelrennen: Die Renner sind ein Kilo schwerer als die erlaubten 750 kg. Rennleiter Alfred Neubauer ordnet an: –Farbe runter!– Im nackten Blech rollen die Wagen an den Start. Die Geburtsstunde der Silberpfeile!

1950

Im Kalender der neu geschaffenen Formel–1–WM sucht man den Nürburgring vergebens. Beim ersten Großen Preis von Deutschland nach dem Krieg stehen 1950 daher lediglich Formel–2–Autos am Start. Erster Nachkriegssieger: Alberto Ascari (IT) im Ferrari. Ein Jahr später geht es in der Eifel dann endlich um WM–Punkte – wieder gewinnt Ascari.

1954

Mercedes kehrt in die Formel–1 zurück und beschert dem Nürburgring einen Zuschauerrekord: 400 000 Menschen säumen am 1. August 1954 die Strecke und sehen – wie sollte es anders sein – einen Sieg der Silberpfeile durch den Argentinier Juan Manuel Fangio. Zugleich der letzte Nürburg–Auftritt der Untertürkheimer bis 1995: Nach der Sportwagenkatastrophe von Le Mans 1955, die 82 Zuschauer das Leben kostete, zieht sich Mercedes aus der Formel–1 wieder zurück.

1968

Mal wieder Regen und Nebel am Nürburgring – mörderische Bedingungen. Jackie Stewart (Matra–Ford) startet in der Waschküche auf Startplatz 6. Nach der ersten Runde führt der Schotte bereits mit acht Sekunden Vorsprung. Am Ende der Blindfahrt liegt er 4:03,2 Min. (!) vor dem Zweiten Graham Hill – eines der größten Rennen in der Karriere des dreifachen Weltmeisters.

1970

Boykott! Jackie Stewart und Jochen Rindt wecken das Sicherheitsbewusstsein in der Formel–1. Die Renn–Asse weigern sich, auf dem Ring zu fahren, fordern stärkere Leitplanken und mehr Auslaufzonen. Der Deutschland–GP wandert deshalb 1970 erstmals nach Hockenheim. 1971 kehrt die modernisierte Nordschleife in den GP–Kalender zurück. Ring–Fan Jacky Ickx (BEL), der Sieger von 1969, zeigt sich von den Umbauarbeiten entsetzt: "Das ist ja eine Autobahn durch die Eifel!" In diesem Jahr findet das erste 24–Stundenrennen auf der Nordschleife statt. Dieses wurde von nun an jährlich wiederholt, bis auf 1974 und 1975. Als Sieger nach 24 Stunden kamen Stuck und Schickedanz auf einem BMW 2002ti über die Ziellinie.

1976

Eigentlich lag Niki Lauda der Nürburgring. 1975 hatte er dort mit seinem Ferrari die Sieben–Minuten–Mauer durchbrochen, umkurvte die Nordschleife in sensationellen 6:58,6 Min. (196,6 km/h im Schnitt). Doch ein Jahr später kommt es zur Katastrophe: Im Streckenabschnitt Bergwerk rast der Österreicher in die Böschung, der Ferrari fängt Feuer. Sein Fahrerkollege Merzario (IT) zieht den Schwerverletzten aus dem Autowrack, rettet ihm das Leben. "Mein Grillfest am Ring", sagt Lauda heute voller Sarkasmus über den Horror–Crash, der ihn sein Leben lang zeichnet. Der Rennstar überlebte – für den Rennstrecken–Dino Nürburgring bedeutete der Unfall den Formel–1–Tod. Die alte Nordschleife verschwand auf Nimmerwiedersehen aus dem Grand–Prix–Sport.

1984

Für 82 Millionen Mark errichtet die Nürburgring GmbH eine völlig neue Grand–Prix–Strecke. Der moderne, unter Sicherheitsaspekten errichtete Kurs sieht so aus wie die meisten anderen Formel–1–Pisten. Das unverwechselbare Flair der Nordschleife ist verschwunden. Das Eröffnungsrennen am 7.10.1984 gewinnt Alain Prost im McLaren Porsche. Doch nach 1985 wird der Ring wegen neuer Sicherheitsanforderungen erneut abgehängt – der Beginn einer zehnjährigen Formel–1 Pause.

1986

Für die Nordschleife gibt es ein Leben nach der Formel 1: Langstreckenpokale und 24–Stunden–Rennen erhalten den Mythos Nürburgring am Leben. An den übrigen Tagen wird die Nordschleife als Jedermannstrecke genutzt: Für 21 Mark (10,74 €) Eintritt kann der Hobbyrennfahrer im aufgemotzten Fahrzeugen über den heiligen Asphalt brettern.

1995

Michael Schumacher sei Dank: Die Formel–1 kehrt zurück in die Eifel. Und der Local Hero gewinnt gleich überlegen das Auftaktrennen. Mindestens bis 2001 bleibt der Nürburgring als zweites deutsches Rennen im Kalender und sollte der Formel–1 Boom hierzulande anhalten, sicherlich auch noch länger. Die Nürburgring GmbH rüstet sich jedenfalls schon für die Zukunft: Die 50 Millionen Mark teure "Erlebniswelt", ein multimedialer Freizeitpark, öffnete 1998 ihre Pforten, in diesem Jahr entsteht die neue Boxenanlage inklusive VIP–Bereich.

2001

Am 26. und 27. Mai findet das 24–Stunden–Rennen zum ersten mal mit Beteiligung des Müllerschön–Schmelzer Racing Teams statt. Das Team startet mit einem komplett neu aufgebauten Ford Puma, der langstreckentauglich gemacht wurde. Die Fahrer Rudolf Brandl, Christian Ehret, Matthias Klemm und Sven Panowitz erreichten trotz einiger Unfälle einen sensationellen 9. Platz in der Klasse und den 49. Platz in der Gesamtwertung von über 200 gestarteten Fahrzeugen.

2002

Das Müllerschön–Schmelzer Racing Team startet am 01.06.2002 erneut beim 24–Stunden–Rennen um die 24 Stunden "Grüne Hölle" durchzustehen.

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